In Persönliches

Es ist „ein Dazwischen“

Es ist oft nicht das Eine und es ist nicht das Andere, nicht entweder / oder, nicht schwarz oder weiß.

Auch meine Bitte um eine Stimmabgabe für den Red Fox Award, um die ich in den letzten beiden Wochen bat, war „ein Dazwischen“, in Weg zwischen „richtig“ und „falsch“.

Wie so oft nehme ich eher eine Herausforderung an, als das nicht zu tun. Das gilt natürlich nicht für alles. Aber wenn es darum geht, den eigenen Horizont zu erweitern, ist es mir wichtig, die Welt besser zu verstehen.

So machte ich mich im Fall des Red Fox Awards im Vorfeld der Stimmwerbung schlau, welche Pros & Contras es gibt. Dabei erfuhr ich eine ganze Menge von Kollegen, Partnern und Freunden. Am Ende überwog der Entschluss: „Ich tu´s“.

Dann machte ich mich daran, eine Art Bewerbung zu erstellen, die zu mir und meinen Werten passt – so dachte ich am 10. Januar. Diese Bewerbung verteilte ich in meinem Netzwerk. Ebenso bat ich ausgewählte Kollegen und Freunde um Unterstützung. Ich bat sie, meine Nominierung mit der Bitte um Stimmabgabe weiterzuteilen.

Ich erinnerte mich ein wenig an die alten Zeiten bei den Jusos, wo ich schon mit 17 erste Einblicke in politisches Gekungel (wie wir es damals nannten) bekam.

Ich erinnere mich aber auch, wie ich in den letzten Jahren für geschätzte Kollegen bei diesem Award abgestimmt habe. Für manche habe ich sogar ganz blauäugig um Stimmen gebeten. Ja, dann kamen Emails mit verschiedenen Angeboten vom Veranstalter, ich löschte meine Emailadresse dann aus dessen Verteiler. Ich dachte mir nicht so viel dabei, ich wollte doch meine Kollegen unterstützen.

Im Laufe der letzten 2 Wochen zeigte sich ein wenig mehr der wahre Hintergrund der Aktion nach meiner Nominierung. Geschätzte Kunden, Kollegen und Freunde schrieben mich an, dass sie nach der Stimmabgabe in einen Email-Verteiler geraten waren, der mehrfach automatisierte Emails versendet, die für sie zum größten Teil gar keine Relevanz haben. Andere warnten mich oder erzählten gar von negativen Erfahrungen mit dem Veranstalter.

Mit jeder Rückmeldung mehr wurde ich nachdenklicher. Alle meine bisherigen Auszeichnungen und Preise maßen sich an meiner Leistung und dem Nutzen, den ich anderen damit bringe. Doch bei diesem Award geht es scheinbar nicht nur um die eine oder andere Email, sondern um ein Geschäftsmodell, welches ich immer noch nicht ganz durchschaut habe.

Welche Erkenntnis ziehe ich aus dieser Aktion? Endgültig bewertet habe ich es nicht – vorschnelle Urteile liegen mir nicht.

Was habe ich erlebt?

Sehr viel Zuspruch und Unterstützung, ein aktuelles Interview mit den beiden Expertinnen von StimmPower, Ariane Roth und Astrid Wittenberger, kam zustanden, welches ich als wertvoll erachte.

Ich durfte erleben, wie Menschen sich mit meinem Angebot auseinandersetzen.

Ich durfte erleben, wie Menschen mich darauf ansprachen, wie groß wohl der Emailverteiler der Mit-Kandidaten ist.

Ich erlebte auch Unmut, Frust und Ärger, denn manch einer war regelrecht entsetzt, mit welcher Intensität und Frequenz diese Emails vom Veranstalter in ihrem Postfach ankamen.

Ich musste auch erleben, dass sich Menschen, z.B. Kollegen, von mir abwendeten. Andere stimmten für mich, obwohl sie dem Veranstalter gegenüber eher zurückhaltend waren.

Sehr vielfältige Reaktionen also, die mich seit zwei Wochen sehr nachdenklich machen.

Wie schnell geraten wir zwischen die Fronten, zwischen Schwarz und Weiß, wie schnell werden wir korrupt oder korrumpierbar? Stimmenfang – ja, das ist wohl richtig. Den habe ich betrieben, so charmant wie möglich. Stütze ich damit das System?

Ich finde dafür große Übereinstimmungen im Außen, sehr schnell ist man z.B. in der aktuellen Anti-Corona-Maßnahmen-Debatte ein schwarz oder weiß denkender Mensch, gut oder böse.

Wie schnell geraten wir ins Visier, wenn wir eine Position einnehmen?

Fasziniert sehe ich dem Treiben zu und stelle fest, dass sich mein Horizont wieder einmal erweitert hat.

Es ist vielleicht ein wenig wie bei einem Schwimmlehrer, der das Gewässer kennen sollte, in das er seine Schüler zum Schwimmen schickt. Oder ein Bergführer, der den Berg kennen sollte, auf den er mit jemandem geht. Ich bin jetzt um eine wichtige Erfahrung reicher, die ich nicht hätte, hätte ich nur den vielfältigen Meinungen zugehört.

Mein Fazit:

Ich werde ausschließlich bei Preisen und Nominierungen mitmachen, die auf Leistung, Performance und Nutzen setzen.

Ich werde dem Veranstalter mein Feedback mitteilen.

Ich werde weiterhin Dinge ausprobieren und nicht einfach auf die Meinungen anderer hören.

Und all diejenigen, die ich mit der Bitte um eine Stimmabgabe verärgert habe, bitte ich um Verzeihung – bleibt mir gewogen!

Und allen, aber auch wirklich allen, die mir ihre Stimme gegeben haben, danke ich sehr.

Deine/Ihre Barbara Messer

 

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