In Persönliches, Speaker

Frauen, hört auf, niedlich zu sein und gefallen zu wollen!

Täglich sehe ich Euch auf Bühnen und auf den Fotos Eurer Auftritte und immer wieder sehe ich Folgendes: Das Köpfchen, den Kopf liebevoll schief gelegt, das Röckchen oder Kleid recht kurz, die Füße nah zusammengestellt und oft ist ein Knie leicht gebeugt.

Live oder bei YouTube kommt womöglich noch eine piepsige Stimme dazu, oder eine Stimme, die am Satzende nach oben geht, was im Subtext ebenfalls für Unsicherheit und Zweifel steht.

Feminine Röcke und Kleider auf der Bühne werden heiß diskutiert, denn viele Frauen geben an, ihre Weiblichkeit genau damit zum Ausdruck bringen zu wollen. Das mag ja manchmal angebracht sein und auch auf den boomenden Frauennetzwerkveranstaltungen werden sie auch eingeladen bzw. bekommen einen Platz auf der Bühne. Aber hilft solch ein Outfit, in der männer-dominierten Welt Einfluss zu nehmen? Wohl kaum, denn Ihr werdet dann eher für Eurer Outfit gebucht – weniger für die Botschaft.

Nichts gegen Frauenorte, also Orte, an denen ausschließlich Frauen sind. Ganz im Gegenteil – die braucht es zum Lernen, Wachsen, Auftanken und auch für männer-freie Diskussionen. Sie sind Schutzräume, die ich selbst schätze. Und nichts gegen Frauenveranstaltungen, die für viele Frauen derzeit ein wertvoller Einstieg in ihr Business sind.

Doch wenn Frauen nachhaltig gebucht werden möchten und sie ihre starke Botschaft mit Mehrwert versehen, dann sind sie im selben Markt unterwegs wie die männlichen Kollegen. Und sie werden zu gleichberechtigten Partnerinnen für Unternehmen und Organisationen, wenn sie in ihren Vorträgen und Präsentationen entsprechende Lösungen und Mehrwert anbieten.

Es gibt den berechtigen Ruf und die Forderung, dass mehr Frauen in den Führungsetagen bzw. auf wichtigen Posten wirken, und ebenso sollen sie auch auf großen Bühnen stehen. Doch viele Frauen, die ich erlebe, tappen in die Falle, gemocht werden zu wollen. Denn gerade Speaker und Trainer*innen sind oft mit einer kräftigen Prise Narzissmus ausgestattet, da liegt das „Gemochtwerdenwollen“ per se schon nahe und zeigt sich im Verhalten. Facebook und Instagramm sind voll von Selfies mit dem „Seht-her-Appell“.

Aber gerade die jungen Frauen wie Carola Rackete und Greta Thunberg wollen nicht gefallen und gemocht werden, sie wollen ihre Botschaft gehört wissen. Diese ist vermutlich größer als der Wunsch, dem Publikum zu gefallen. Gleiches gilt auch für Carolin Ehmke und Dunja Halali, sie ecken an und provozieren, vielleicht ohne es wirklich zu wollen. Doch setzen sie sich stark mit ihrer Botschaft und ihrem Thema auseinander.

Früher benannte man diese Frauen wohl nach Kassandra, als mahnenden Frauen. Und heute? Heute können wir sie verbannen, wie es sich wohl so einige Herren wünschen, oder von ihnen das lernen, was für viele Frauen hilfreich ist, die an ihrer Ernsthaftigkeit und Seriosität arbeiten wollen.

Diese Frauen wollen mahnen, wachrütteln, vielleicht auch provozieren, denn ihr Anliegen ist das Wichtigste.

Dabei zeigen sie jede Menge Emotionen, doch nicht auf die niedliche, sondern auf sehr direkte Art. Sie haben Worte für etwas, was andere Menschen bisher vielleicht nicht einmal gedacht haben. Und sie haben den Mut und die Passion, Dinge auszusprechen, die zu ihren Anliegen dazugehören – auch wenn das Worte von Krieg, Macht, Schmerz, Leid und Folgen des Klimawandels sind. Dass sie dabei ungefiltert ihre Emotionen zu zeigen, ist nur zu verständlich.

Was können Rednerinnen von diesen Frauen lernen?

Klarheit, Thementreue, Engagement und den totalen Verzicht auf den „Niedlichkeitsfaktor“ oder sogar den „Sex-Sells-Faktor“, denn auf den setzen einige Frauen in ihren Vorträgen immer noch.

Das Bedürfnis gemocht zu werden und gut anzukommen, wird schnell zum Pferdefuß und Erfolgskiller, es sei denn, eine Frau möchte für ihre Figur oder die blonden Haare gemocht werden.

Was ist Euch wichtiger? Das Thema, für das Ihr brennt oder Ihr selber? – Solch eine Klarheit beginnt mit der Körpersprache, geht über das Outfit, zu wohlüberlegten Worten und einer stimmigen Dramaturgie.

Ich unterstütze Frauen darin, eine kraftvolle Präsenz auf der Bühne zu zeigen, die ihr Thema und ihre Botschaft in den Fokus stellt.

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