In Persönliches

Das einzig Beständige ist das Unbeständige

Der Wandel unserer Welt ist täglich zu erleben, wir wissen nicht mehr, wie unser Leben in 15 oder 20 Jahren aussehen wird. Zukunft wird nicht das sein, was wir im Kino sehen – Science Fiction ist etwas anderes, als die kommenden Jahrzehnte vor uns.

Umso mehr brauchen wir eine Veränderungskompetenz, denn Veränderung ist die einzige Konstante, auf die wir uns wirklich verlassen können.
Und das können wir jeden Tag beginnen zu lernen.

Es reicht nicht, ab und an einen anderen Weg zur Arbeit zu fahren, um die inneren Autobahnen im Kopf und die Gewohnheiten neu zu programmieren. Loslass-Programme und Achtsamkeitskurse bieten Ansätze, gelassen in das Wagnis Zukunft zu gehen. Zumindest sind sie Versuche, es anzugehen.

Auf der anderen Seite steht das krasse Wort Disruption – alles Aufbrechen, nichts mehr stehen lassen, mit der Absicht sich neu zu erfinden.

Ungewissheit mögen viele Menschen nicht – da kann man nicht planen und sich nicht in seinem Eigenheim mit Gartenzaun ausruhen. Man hatte ja alles so schön geplant – und nun? Geht der Kuchen nicht auf. Die Appelle, die eigene Lebensentwürfe und –Gewohnheiten zu ändern prangen einem überall entgegen: Esst weniger Fleisch, nutzt den Nahverkehr, reduziert die Flüge und werdet anderen Kulturen gegenüber tolerant.

Doch wie kann es gelingen, sich dieser Veränderungskompetenz selbst zu befähigen? Wenn nichts mehr Bestand hat, was bisher galt, dann müssen wir uns und unser Leben neu erfinden. Jeden Tag neu.

Freiwillig tun das nur wenige; für viele anderen gilt später die Krise als Start in die persönliche Disruption, das Aufbrechen des Bisherigen, das In-Frage-stellen des Lebensentwurfes und der Gewohnheiten. – Doch genau hier ist der Punkt, den viele Menschen scheuen: Was wäre, wenn alles anders wäre? Wenn das Zuhause nicht mehr räumlich gebunden ist? Wenn der Beruf sich wandelt, was wäre, wenn……

Solche Fragen laden meiner Meinung nach zum inneren Diskurs ein und vermeiden manch eine Sinnkrise, die einer/m später dann doch eben diese Fragen auszwängt.

Was bleibt von uns, wenn alles weg ist, was ist der Kern in uns? Den eigenen Horizont erweitern wir nur, wenn wir aufbrechen, um hinter ihn zu gelangen.

Das sind nicht die Aufbrüche innerhalb der Komfortzone. Es sind unbekannten Wege, die wir gehen müssen. Dort entdecken wir etwas Neues in uns. – Und diesen Weg geht meist jeder alleine.