In Persönliches

Stillsein mag schwer sein, wenn in den sozialen Medien das Geschrei immer lauter wird. – Wenn auf einem Marktplatz alle an den Ständen schreien, versteht man bald sein eigenes Wort nicht mehr. Im Übertönen-wollen werden die Leisen zu kleinen Inseln. Wie Inseln, auf denen wir uns gegenseitig hören können. Und die vielleicht irgendwann sichtbarer werden als die Lauten.

Die Stille ist ein Ort, an dem der Lärm der großen, weiten Welt, ein wenig reingewaschen werden kann.
Stille ist das Gegenteil von Lärm, Stille ist ein warmer Ort für unsere Herzen und Gemüter.
Die Stille in uns ist ein Ort, an dem wir uns selber zuhören können, bevor wir allzu laut etwas hinaustrompeten.

Zwischendurch bin ich den Lärm da draußen müde.
Wer hat denn wirklich noch etwas zu sagen, was noch keine/r gehört hat?

Wir brauchen Zeit und Stille und Muße, über das nachzudenken, was wir hören – und um uns einen eigenen Reim darauf zu machen.

Haben wir noch die Muße und Aufmerksamkeit, uns auf die Worte des Gegenübers einzulassen, sie zu hören und uns davon berühren zu lassen?

Manchmal denke ich, das Tempo unserer Vorannahmen wird dabei immer schneller.

Sind unsere eigenen Sätze zu lang und können wir selber nicht mehr spüren, was wir da eigentlich wirklich sagen, verlieren wir vielleicht im Miteinander – manches Mal – mehr als wir uns wünschen.

Wenn wir uns selber nicht mehr zuhören können, wie sollen dann die anderen Menschen unsere Worte verstehen?

Wenn wir einen Stein ins Wasser werfen, wirbelt er kleine Kreise auf der Wasseroberfläche auf, die unter der Wasseroberfläche allerdings sehen wir nicht. Kaum einer ahnt, was die Schraube eines Tankers am Grunde eines Flusses anrichtet. Wir sehen es nicht, sonst müssten wir die Position eines Fisches einnehmen, der dort unten einen Platz zum Laichen sucht. Vergeblich womöglich.

Oft erkennen wir nicht mehr, was wir mit unseren lauten Worten sagen, anrichten….

Wie ist das mit unseren Worten? Welche Wellen schlagen sie? Welche Bedeutung haben sie?

Heute mag ich still sein, das Getöse da draußen ist mir zu laut. Und zum Hinhören auf die wirklichen Worte in all dem Lauten, habe ich heute, wie an vielen anderen Tagen keine Muße.

Es gibt so viel Wichtiges zu tun.

Eine nachdenkliche Barbara Messer