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Was ein abgebranntes Wohnmobil mit Selbstführung zu tun hat

(Ein kurzer Einblick in meine Gedanken aus der Kategorie Machen anlässlich des Macherinnen-Online-Kongresses)

Für mich ist das Weitermachen ist ein ganz besonders wichtiges Machen. Das gilt besonders dann, wenn es nicht so glatt weitergeht.

Es ist ganz normal zu scheitern, auf die Nase zu fallen und in die Knie zu gehen. Das gehört zum Leben und zum Berufsalltag dazu. Ich nehme das Scheitern, die Panne, den Misserfolg an und halte eine Weile inne. Die tiefere Auseinandersetzung mit dem Anlass bzw. der Ursache des Scheiterns bringt mich zu neuen Erkenntnissen. Ein zu schnelles „Weiter“ scheint mir zu flüchtig. Dieses Innehalten ist für mich ein extrem wertvoller Moment der Selbstführung – sich diese Zwischenzeit im Reagieren und Handeln zu nehmen.
In diesen Momenten können wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, was gerade passiert. Und wir können auch – ein wenig zumindest – Kraft sammeln für den nächsten Schritt. Den nächsten Schritt im Weitermachen.

Wenn etwas Schwieriges passiert, ein Scheitern, ein Misserfolg, ein schlechte Nachricht, verfallen viele Menschen in eine Art „Opferhaltung“. Sie haben eine Frage wie „Warum gerade ich“ auf den Lippen oder im Sinn. Doch bringt sie das weiter? Nein.
Dagegen lassen Fragen wie: „Was habe ich davon?“ oder „Wofür ist das gut?“ erkennen, welche Erfahrung ich aus einem „Fehler“ oder einem Scheitern, machen kann.

Vor einiger Zeit ging mein Wohnmobil durch eine Brandstiftung in Flammen auf. In wenigen Minuten ging nicht nur das neue Wohnmobil in Flammen auf, mit ihm auch viele persönliche Erinnerungsgegenstände und natürlich auch viel Geld. Hinzu kamen der Schreck und der Schmerz, aber auch die Hilflosigkeit, die wir erlebten.

Wie machen wir in solchen Situationen weiter? Wie kommen wir aus solchen Situationen wieder heraus?

Die Fragen nach dem Sinn, nach dem „Wofür ist das gut?“ –  ist meine Lieblingsfrage und ich kann sie auf fast alles übertragen.

Wenn Mitarbeitende die Firma verlassen – wofür ist das gut? Es könnte ein Hinweis auf eine Unternehmenskultur sein, in der man sich nicht wohl fühlt und nicht wachsen kann. Also ein deutliches Zeichen für eine Führungskraft, dass sich etwas verändern sollte.

So gibt es zahllose Beispiele, bei denen wir durch das Scheitern etwas Wertvolles erfahren können. Nicht schnell weiter machen, sondern innehalten, anhalten, sich Zeit lassen, die üblichen Deutungsmuster abzulegen, um etwas Neuen zu erkennen.

Sich eine Zeit lang von diesem Ereignis durcheinanderbringen lassen, vielleicht auch den Schmerz, den Frust und die Trauer aushalten und zulassen, bis daraus das große „Aha“ kommt, der vielgeliebte Heureka-Moment.