Erfahrungen & Bewertungen zu Barbara Messer
 In Coaching

Als ich Kind war, brachte meine Mutter ihre kostbaren Nylonstrümpfe zum Reparieren und Stopfen in ein ganz spezielles Geschäft, wo dieser Service neben anderen Leistungen eher diskret angeboten wurde. In der norddeutschen Kleinstadt, in der ich groß wurde, war das eher etwas Geheimnisvolles – den Männern und uns Kindern sogar weitgehend unbekannt.

Doch unter den Frauen war es etwas geradezu Intimes und doch ein offenes Geheimnis, es gehörte dazu, wurde aber nicht thematisiert.

Heute gibt es zahllose Möglichkeiten, um „mal eben“ eine neue Strumpfhose zu kaufen und die Preise sind mit der damaligen Zeit nicht mehr vergleichbar. – Doch erzählen wir anderen davon, wo wir Strumpfhosen, Unterwäsche oder anderes eher Persönliches kaufen?

Was macht eine Strumpfhose oder gar Nylonstrümpfe so attraktiv? Natürlich war es damals  etwas Besonderes, so feine Strümpfe zu besitzen, die Transparentes und ein wenig Unsichtbares verbanden. Doch darum geht es mir gar nicht. Mir geht es um die Diskretion, das Geheimnisvolle und die Intimität, die damit einhergeht.

Auf Facebook erlebe ich immer wieder Posts, wer sich beim wem hat coachen lassen.

Das verwirrt mich, ist es doch etwas Geborgenes, diese Coach-Coachee-Beziehung. Eine wertvolle Allianz auf Zeit. Auch „um die Hosen herunter zu lassen“, wie ein Coachee kürzlich zu mir sagte. Dazu braucht es m.E. nach Vertrauen und Verschwiegenheit – einen Raum, der sicher ist und gehalten wird.

Für mich hat es weit aus mehr mit einer gesunden Verschwiegenheit zu tun, als anderen Coaches auf diesem öffentlichen Wege zu huldigen.

Mein Sinnbild kommt dem der Ringe gleich, die entstehen, wenn ich einen Stein ins Wasser werfe. Dabei entstehen Wellenringe, die sich ausbreiten, erst sind sie stärker, dann schwächer, einige sind für das menschliche Auge sichtbar, andere nicht.

Bekommen wir die „letzten Ringe“ noch mit, wenn wir zum Beispiel aus einem Coaching-Prozess heraus auf Facebook schreiben?

Welche Geschichte erzählen wir von uns, die uns gar nicht bewusst ist?

Da geht es mir wie meiner Mutter mit den Nylonstrümpfen. Sie zeigte sich darin, doch keiner wusste, wo sie sie gekauft hatte und wo sie sie reparieren ließ.

Ich mag es, für andere Trainer*innen und Speaker*innen der/ein Coach zu sein.
Und noch schöner finde ich, dass es ein Geheimnis bleibt, mit wem ich arbeite – das tut beiden Seiten gut.

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