In Persönliches, Training

Trainer*innen der Zukunft sind m.E. Menschen, die weniger als Fachexperten agieren, sondern reife Persönlichkeiten, die Lernräume schaffen und auch halten. Räume, in denen etwas geschieht, was woanders nicht entstehen kann: Eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Thema, selbstverantwortliches, intensives Lernen.

Die Teilnehmenden holen sich dort Impulse, die sie in ihrer eigenen Weiterentwicklung voranbringen, die neu denken lassen und neues Wissen entwickeln helfen.

Dazu jedoch braucht es Trainer-Persönlichkeiten, die klar sind, die nahbar und aufgeräumt sind. Diese innere Klarheit zeigt sich natürlich intensiv in der Körpersprache, in der individuellen Präsenz.

Um selber in dieser Präsenz und Ausdruckskraft zu sein, schöpfe ich immer wieder etwas aus den vielen Jahren meiner Theaterarbeit.

In diesem Zusammenhang habe ich mich intensiv mit der neutralen Maske auseinandergesetzt, sie ist eine zentrale Vorbereitung für das Spiel mit Charaktermasken. Die Neutrale Maske wurde von Schauspiellehrern wie Jacques Lecoq in die Ausbildung von Schauspieler*innen eingeführt, um einen Zustand innerer Ruhe und Leere als Basis für das weitere Spiel zu finden.

Eine faszinierende Arbeit, denn die Neutrale Maske vergrößert die individuelle Gestensprache des Körpers und fördert den Abbau der „persönlichen“ Geschichte. Die Arbeit damit fördert eine Art neutraler Haltung, die es für Trainer*innen und Speaker*innen möglich macht, gezielt den eigenen Ausdruck zu reflektieren und zugleich zu verstärken bzw. fokussieren. Dies erhöht die eigene Performance.
In meinen Trainerausbildungen und auch in der Masterclass für Trainer*innen arbeiten wir intensiv mit dieser individuellen Präsenz.
Auf dem Trainer-Kongress in Berlin ging es in meinem Workshop „Lernräume der Zukunft – Exzellente Trainingskunst in einer digita­li­sierten Welt“ genau um diese notwendige Haltung als Trainer*in. Dabei gab ich mittels der Neutralen Maske einen ganz kurzen Einblick in diese Arbeit, der vielen nachdrücklich unter die Haut ging.

Anscheinend trifft das Thema auf großes Interesse, wie ich aus den Rückmeldungen erfuhr.